Paul Meissner
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Dada-Kunst und moderne Altarbilder

Werke von Christian Schad und Paul Meissner in neuen Wiener Ausstellungen

Als ein vorösterliches Ereignis über das Ästhetische hinaus muß die von der Galerie Kapfer veranstaltete Ausstellung von Altarbildern Paul Meissners in der Wotruba-Kirche in Wien-Mauer gewertet werden. Die Synthese von abstraktem maleri­schen Geschehen mit expressiv redu­zierter figurativer Darstellung findet in der wuchtigen Architektur einen gültigen Rahmen, ebenso wie für diese die intensive Farbkraft der Bilder - sie bedeutet gleichzeitig eine enorme Ausdruckssteigerung, die vielfach als notwendig empfundene Ergänzung bildet. Neben der starken künstlerischer Wirkung dieser Schau ist als absolut gleichrangig die geistige Ausstrahlung von Meissners Kreuzigungsbildern hervorzuheben. In ihrer mystischen Irrationalität müssen sie als einer der wenigen gültigen sakralen Lösungen unserer Zeit bezeichnet werden. Die Grausamkeit des Geschehens, Leid und Schmerz stehen stellvertretend für die ganz Menschheit. Durchaus nicht beschönigt oder romantisiert, werden sie durch die vergeistigte Gestaltung zu einem zeitgemäßen Meditationsanlaß. Paul Meissner erzwingt damit ganz bewußt die intensivst Konfrontation mit dem Tod, mit der Auflösung alles Menschlichen in das Göttlich-Universelle.

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